für eine starke Region

Mobilität neu denken: Arealentwicklung als Schlüssel

Wie kann Bevölkerungswachstum bewältigt werden, ohne dass der Verkehr im gleichen Ausmass zunimmt? Diese Frage stand im Zentrum des Anlasses «Mobilität im Areal» im Ziegeleipark Horw. Rund 80 Fachpersonen aus Planung, Immobilienwirtschaft, Politik und Verwaltung diskutierten, wie durchdachte Mobilitätskonzepte auf Arealebene neue Lösungen ermöglichen. Das Beispiel des Ziegeleiparks zeigte, dass autoarmes Wohnen auch in der Agglomeration funktionieren kann.

Der Kanton Luzern steht vor einem starken Bevölkerungswachstum. Bis 2055 wird die Bevölkerung gemäss Prognosen des Bundes und von LUSTAT Statistik Luzern um rund 31,5 Prozent zunehmen. Welche Rolle innovative Mobilitätskonzepte dabei spielen können, wurde am Mittwoch am Anlass «Mobilität im Areal» im Ziegeleipark Horw diskutiert. Fachpersonen aus Planung, Immobilienwirtschaft und Mobilitätsmanagement zeigten auf, wie Wachstum und Verkehrsentwicklung besser in Einklang gebracht werden können.

Die Veranstaltung von Luzernmobil, LuzernPlus, Trafiko und Pensimo stellte die Frage ins Zentrum, wie Bevölkerungswachstum bewältigt werden kann, ohne dass der Verkehr im gleichen Ausmass zunimmt. Der Anlass richtete sich an Fachpersonen aus Arealentwicklung, Architektur, Immobilienwirtschaft sowie an Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung. Rund 80 Personen sind der Einladung gefolgt.

Wachstum verlangt neue Lösungen

Mit rund 143’600 zusätzlichen Einwohnerinnen und Einwohnern bis 2055 wird der Kanton Luzern deutlich wachsen. Ein grosser Teil dieses Wachstums wird voraussichtlich in der Agglomeration stattfinden. Damit verbunden sind neue Anforderungen an Raumplanung und Verkehrssysteme.

Am Anlass wurde deutlich: Eine wichtige Rolle spielen dabei Mobilitätslösungen auf Arealebene. Durchdachte Mobilitätskonzepte können dazu beitragen, den Bedarf an privaten Parkplätzen zu reduzieren und gleichzeitig attraktive Alternativen zum eigenen Auto zu schaffen. Sharing-Angebote, gute ÖV-Erschliessung sowie Angebote für Mikromobilität wurden als zentrale Bausteine genannt.

Ziegeleipark als Beispiel aus der Praxis

Als konkretes Beispiel wurde der Ziegeleipark Horw vorgestellt. Die 2023 von Pensimo realisierte Wohn- und Gewerbesiedlung auf dem Areal der ehemaligen Ziegelei an der Gemeindegrenze Horw/Kriens umfasst 207 Wohnungen, davon rund ein Fünftel für Studierende der Hochschule Luzern. Ergänzt wird die Überbauung durch Gewerbeflächen im Erdgeschoss.

Die autoarme Siedlung zeigt nach dreijähriger Nutzung, dass bei guter ÖV-Erschliessung und einer durchdachten Mobilitätsstrategie Wohnen ohne eigenes Auto auch in der Agglomeration funktionieren kann. Finanzielle Anreize, eine vielfältige Sharing-Flotte sowie integrierte Mobilitätsdienstleistungen unterstützen dieses Konzept.

Fachinputs aus verschiedenen Perspektiven

Am Anlass haben Sarah Troxler (Luzernmobil), Kai Brun (LuzernPlus), Christoph Zurflüh (Trafiko), Patrick Brunner (Regimo) und Marc Müller (Pensimo) Einblicke in ihre Arbeit rund um Mobilitätskonzepte in Arealentwicklungen gegeben. Aus unterschiedlichen Perspektiven – von Planung über Konzeptentwicklung bis zur Bewirtschaftung – haben sie aufgezeigt, welche Chancen solche Ansätze bieten und welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung entscheidend sind.

Sarah Troxler, Koordinatorin Mobilitätsmanagement, Luzernmobil

„Mobilität beginnt nicht erst auf der Strasse, sondern bereits bei der Planung von Wohn- und Arbeitsorten. Wenn Areale von Anfang an mit guten Alternativen zum eigenen Auto ausgestattet sind, verändert sich das Mobilitätsverhalten der Menschen ganz selbstverständlich.“

Kai Brun, Gebietsmanager LuzernSüd, LuzernPlus

„Die Region Luzern wächst stark. Damit dieses Wachstum funktioniert, müssen Raumplanung und Mobilität zusammengedacht werden. Projekte wie der Ziegeleipark zeigen, dass autoarme Areale auch in der Agglomeration funktionieren können.“

Christoph Zurflüh, Mitgründer, Trafiko

„Ein gutes Mobilitätskonzept ersetzt nicht einfach Parkplätze – es schafft attraktive Alternativen. Wenn Sharing-Angebote, ÖV und Mikromobilität sinnvoll kombiniert werden, profitieren sowohl Bewohnende als auch Eigentümerschaft.“

Patrick Brunner, Bewirtschafter, Regimo

„In der Bewirtschaftung stellen wir fest, dass alternative Mobilitätsangebote genutzt werden. Wenn Sharing-Angebote, eine gute ÖV-Anbindung und kurze Wege vorhanden sind, kann dies den Mobilitätsentscheid der Bewohnerinnen und Bewohner beeinflussen.“

Modell für die Region

Die Entwicklungen im Gebiet LuzernSüd dienen zunehmend als Testfeld für neue Formen der Mobilität. Erkenntnisse aus Projekten wie dem Ziegeleipark können als Modell für weitere Arealentwicklungen in der Region LuzernPlus dienen. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Wachstum, Verdichtung und nachhaltige Mobilität zusammen gedacht werden können.

Die beteiligten Organisationen:

Luzernmobil befasst sich mit vielseitigen, durchdachten Mobilitätsangeboten im Kt. Luzern
LuzernPlus steuert mit geeigneten Konzepten die verkehrliche Entwicklung in der Region
Trafiko  entwickelt u.a. Mobilitätskonzepte für Areale, Unternehmen & Städte
Pensimo

investiert als unabhängige Dienstleisterin in Immobilien

Regimo bewirtschaftet und verwaltet Immobilien