für eine starke Region

Sportimpuls 2026: Sportanlagen vorausschauend planen

Rund 20 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsgemeinden haben sich am 3. September 2026 an der Universität Luzern zum zweiten Sportimpuls getroffen. Im Zentrum stand das Gemeindesportanlagenkonzept (GESAK) – ein Instrument, das Planungssicherheit schafft und den Zugang zu kantonalen Fördermitteln eröffnet.

Sportanlagen prägen eine Gemeinde über Jahrzehnte. Wer ihre Entwicklung systematisch angeht, gewinnt doppelt: Die Infrastruktur passt besser zu den tatsächlichen Bedürfnissen, und die Investitionen lassen sich planbar über die Jahre verteilen. Genau dafür ist das Gemeindesportanlagenkonzept gedacht. Der zweite Sportimpuls von LuzernPlus zeigte, wie der Weg dorthin aussieht – von den kantonalen Rahmenbedingungen über ein konkretes Praxisbeispiel bis zu den regionalen Grundlagen, die LuzernPlus den Gemeinden zur Verfügung stellt.

Der Kanton unterstützt auch die Erarbeitung

Philipp Wermelinger, Co-Leiter Sportförderung und Beauftragter für Sport und Bewegung des Kantons Luzern, führte durch die Grundlagen. Ein GESAK ist ein Planungs- und Steuerungsinstrument, das den Bewegungsraum einer Gemeinde umfassend betrachtet – von Spielplätzen und Grünanlagen über Sportanlagen bis zu Naturräumen und Wegnetz. Es dient zugleich als Grundlage für behördenverbindliche Richtpläne.

Erfreulich für die Gemeinden: Der Swisslos Sportfonds des Kantons Luzern unterstützt nicht nur Bauprojekte, sondern auch den Weg dorthin. Die Erstellung eines GESAK wird mit bis zu CHF 10'000 unterstützt, Fachberatungen im Sportanlagenbau mit 50 Prozent der Beratungskosten. Für Neubauten und Sanierungen von Sportanlagen richtet der Kanton Beiträge aus, die sich auf bis zu 20 Prozent der Bausumme erhöhen, wenn die Anlage den Vereinen während zehn Jahren kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Seit 2026 ist ein GESAK bei Projekten mit einer Bausumme über CHF 800'000 Voraussetzung für einen Beitrag.

Als Orientierungshilfe stellte Wermelinger den BASPO-Leitfaden «011 – Gemeinde-Sportanlagenkonzept» vor. Dieser strukturiert den Prozess in nachvollziehbare Schritte: Auftrag, Bestandes- und Bedürfniserhebung, Analyse, Bedarfsermittlung, Massnahmenentwicklung, politische Konsolidierung, Umsetzung und Erfolgskontrolle. Philipp Wermelingers Rat an die Gemeinden: möglichst früh das Gespräch mit der Dienststelle suchen.

Praxisbericht aus Emmen: von der Analyse zur Umsetzung

Wie das konkret aussieht, zeigte Igor Trninic, Leiter Bereich Sport der Gemeinde Emmen. Emmen zählt rund 33'000 Einwohnerinnen und Einwohner sowie etwa 50 Sportvereine mit rund 4'600 Mitgliedern. Die Masterplanung Sport- und Freizeitanlagen ist dort Teil der übergeordneten Immobilienstrategie und steht gleichberechtigt neben den Strategien für Schul-, Verwaltungs- und Schutzbauten.

Der Prozess begann mit einer Zustandsanalyse sämtlicher Anlagen samt Ermittlung des Investitionsbedarfs pro Objekt. Darauf aufbauend wurden Vereine und Bevölkerung befragt, Interviews mit Schulleitungen, Fachpersonen aus dem Gesundheits- und Altersbereich sowie externen Anbietern geführt und Expertengespräche mit Sportwissenschaftlern der Universität Bern und der Pädagogischen Hochschule ergänzt. Die Sportkommission Emmen wurde in einem Workshop einbezogen.

Trninic hob hervor, was aus seiner Sicht den grössten Mehrwert bringt: Die frühzeitige Einbindung der Vereine stärkt das gegenseitige Verständnis und baut Vertrauen zwischen Gemeinde und Vereinen auf. Gleichzeitig dient die Masterplanung als Führungsinstrument für Behörden und Verwaltung, sichert Flächen und Landreserven für künftige Bedürfnisse und schafft eine belastbare Grundlage für die mittel- und langfristige Finanzplanung. Aus dem Prozess sind bereits konkrete Vorhaben hervorgegangen – ein anschauliches Beispiel dafür, dass die Investition in eine gute Planung zurückkommt.

Regionale Grundlagen stehen bereit

Sven Brun, Regionaler Sportkoordinator von LuzernPlus, informierte über den Stand der Regionalen Sport- und Freizeitanlagenstrategie (RESAK), die als Massnahme der im August 2026 verabschiedeten Sportstrategie LuzernPlus erarbeitet wird.

Ein wichtiger Meilenstein ist erreicht: Die regionale Sportstättenerhebung ist abgeschlossen. Erfasst sind 390 Anlagenstandorte mit 878 einzelnen Anlageeinheiten aus allen 21 Verbandsgemeinden. Damit liegt erstmals ein einheitlicher Überblick über das Anlagenangebot der ganzen Region vor. Diese Daten stellt LuzernPlus den Gemeinden für ihre eigene Planung zur Verfügung – als Ausgangslage für ein GESAK, als Vergleichswert für die eigene Bedarfsargumentation und als Hinweis auf mögliche Kooperationspartner in der Nachbarschaft. Eine Aktualisierung der Erhebung ist alle drei Jahre vorgesehen.

Dass sich vorausschauendes Planen lohnt, zeigt der Blick nach vorn: Nach den Szenarien von LUSTAT wächst die Bevölkerung der Region LuzernPlus bis 2055 um rund 43 Prozent. Entsprechend nimmt die Nachfrage nach Hallen, Aussenanlagen und Wasserflächen zu. Die vertiefte Bedarfsanalyse läuft derzeit; konkrete Zahlen werden vorgelegt, sobald sie in der Arbeitsgruppe konsolidiert sind.

Kommunale und regionale Planung ergänzen sich dabei: Das GESAK klärt, welche Anlagen eine Gemeinde braucht, das RESAK, welche Anlagen regionale Bedeutung haben. Beide Ebenen arbeiten sich gegenseitig zu – die regionalen Daten stützen die kommunale Planung, und die kommunalen Konzepte liefern dem RESAK die Bedarfseinschätzungen aus erster Hand.

Was LuzernPlus bietet

Gemeinden, die ein GESAK planen oder bereits erarbeiten, können sich jederzeit an die Regionale Sportkoordination wenden. LuzernPlus stellt Datenauszüge aus der Sportstättenerhebung bereit, vermittelt Kontakte zu Gemeinden mit GESAK-Erfahrung und zu externen Fachbüros, weist auf Vorhaben in der Nachbarschaft mit Kooperationspotenzial hin und begleitet Prozesse mit Erstgesprächen und Orientierungshilfen.

Der Austausch als eigentlicher Gewinn

Den Abschluss bildete ein Apéro im Le Piaf, bei dem die Gespräche in kleinerem Kreis weitergingen. Genau darin liegt der Kern des Sportimpuls: Viele Gemeinden bewegen dieselben Fragen, und wer davon weiss, findet leichter zu gemeinsamen Lösungen.

Der Sportimpuls ersetzt die früheren kantonalen Sportkoordinatoren-Treffen und richtet sich an die Ansprechpersonen für Sportthemen der 21 Mitgliedsgemeinden. Nach der ersten Ausgabe 2025 zum freiwilligen Schulsport stand 2026 die Sportinfrastruktur im Fokus.

Ausblick

Die Erarbeitung des RESAK geht weiter. An der Sportkonferenz im Frühjahr 2027 können die Mitgliedsgemeinden aktiv an der regionalen Strategie mitwirken; die Einladung folgt zu gegebener Zeit.

Ein herzlicher Dank geht an Philipp Wermelinger und Igor Trninic für ihre Inputs, an die Universität Luzern für die Gastfreundschaft und an alle Teilnehmenden für den engagierten Austausch.

Kontakt: Sven Brun, Regionaler Sportkoordinator LuzernPlus, s.brun@luzernplus.ch