RESAK: Sportstättenerhebung abgeschlossen
Sporthallen, Rasenfelder, Bäder und Eisflächen sind teuer in Bau und Betrieb – und werden oft über die Gemeindegrenzen hinaus genutzt. Mit dem Regionalen Sport- und Freizeitanlagenkonzept (RESAK) schaffen die 21 Verbandsgemeinden von LuzernPlus einen gemeinsamen Überblick über die Sportinfrastruktur der Region. 2026 wurden die Grundlagen erhoben, 2027 soll das Konzept verabschiedet werden.
Ausgangslage: Gleiche Bedürfnisse, gleiche Herausforderungen
In der Leistungsvereinbarung zwischen dem Kanton Luzern und LuzernPlus sind acht Themenfelder festgelegt, in denen die Regionale Sportförderung aktiv werden kann. Mit dem RESAK setzen die Verbandsgemeinden einen Schwerpunkt auf das Themenfeld «Sportinfrastruktur». Das Konzept ist zugleich Massnahme 4.1 der Sportstrategie LuzernPlus.
Gemeinden teilen im Bereich von Sport- und Freizeitanlagen oftmals dieselben Bedürfnisse – und sind bei der Umsetzung mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert: hohe Investitions-, Unterhalts- und Betriebskosten, begrenzte finanzielle Mittel, unzureichende Auslastung, Platzmangel oder ungeeignete Lagen sowie fehlende Fachkompetenz.
Eine Zusammenarbeit unter den Gemeinden kann helfen, diese Stolpersteine zu überwinden. Kosten lassen sich teilen, Anlagen besser auslasten und Flächen raumplanerisch sinnvoller sichern. Zudem werden Projekte möglich, die eine einzelne Gemeinde nicht stemmen kann. Der Vorstand von LuzernPlus hat den Projektauftrag am 17. Oktober 2025 genehmigt.
Drei Ziele
Das RESAK erfasst nicht nur Angebot und Bedarf systematisch, sondern berücksichtigt zwingend auch raumplanerische und finanzielle Aspekte. Es verfolgt drei Ziele:
- Überblick verschaffen: Die Verbandsgemeinden erheben das bestehende Sportanlagenangebot, den Bedarf sowie mögliche Potenzialflächen in der Region.
- Grundlagen für gemeinsame Planung und Steuerung erarbeiten: Bestand, Bedarf und Richtwerte werden abgeglichen. Die Gemeinden definieren, was eine «regionale Sportanlage» ist, und suchen gemeinsame Nenner für Planung, Koordination und Finanzierung.
- Projekte unterstützen: Die Verbandsgemeinden formulieren eine Vision und Handlungsempfehlungen. LuzernPlus fördert die Zusammenarbeit und unterstützt gemeindeübergreifende Projekte durch Vermittlung, Koordination und Initiierung – unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Voraussetzungen der Gemeinden.
Organisation
Das Projekt wird von der Arbeitsgruppe Sport- und Freizeitanlagen (AG SuF) erarbeitet. Darin wirken Fachpersonen aus den Bereichen Sport, Bau, Finanzen und Raumplanung mit – aus Gemeinden der Region, dem Kanton Luzern, der IG Sport Luzern und der Geschäftsstelle von LuzernPlus. Die Projektleitung liegt bei der Regionalen Sportkoordination; eine externe Fachperson begleitet den Prozess. Auftraggeber ist der Vorstand von LuzernPlus, verabschiedet wird das Konzept durch die Delegiertenversammlung.
Vorgehen in vier Phasen
- Projektauftrag (2025): Projektverständnis, Ziele und Vorgehen werden festgehalten und vom Vorstand genehmigt.
- Grundlagenerhebung (2026): Vier Analysen bilden die Basis – eine Sportstättenerhebung in allen 21 Gemeinden, eine Bedürfnisanalyse über eine Befragung der Gemeinden, ein Abgleich mit Normen und Empfehlungen (u. a. BASPO, Kantonales Sportanlagenkonzept KASAK, LUSTAT, Sport Schweiz) sowie eine Potenzialflächenerhebung.
- Konzept (2026/2027): Aufbauend auf den Grundlagen erarbeitet die AG SuF ein Planungs- und Steuerungsinstrument mit Handlungsempfehlungen und Massnahmen.
- Folgeprojekte (ab Verabschiedung): Die priorisierten Massnahmen werden umgesetzt.
Was 2026 erreicht wurde
Im Zentrum stand die Grundlagenerhebung. Mit der Sportstättenerhebung liegt erstmals eine regionale Übersicht vor: Erfasst sind rund 390 bestehende Sportanlagen mit knapp 880 Anlageeinheiten – von Sporthallen und Rasenfeldern über Bäder und Eisflächen bis zu sportartspezifischen Anlagen und Bewegungsräumen. Drei Anlagen im Verbandsgebiet sind gar von nationaler Bedeutung: die Pilatus Arena in Kriens, das Ruderzentrum Rotsee und der Kunstrasen-Sportplatz Utenberg.
Die Bedürfnisse wurden bei den Gemeinden über die Sportstrategiebefragung und einer Zusatzerhebung zur Infrastruktur erhoben. Ergänzend flossen Richtwerte des Bundes und des Kantons sowie die Bevölkerungsszenarien von LUSTAT ein. Diese zeigen: Die Region LuzernPlus wächst bis 2055 deutlich stärker als der kantonale Durchschnitt – das macht eine vorausschauende, gemeinsame Planung umso wichtiger.
Die Ergebnisse werden in zwei Teilen aufbereitet: Ein Grundlagenbericht dokumentiert Bestand und Einordnung der Anlagen. Das eigentliche Konzept zeigt Bedarf, regional relevante Anlagen und Massnahmen auf. Der Entwurf wird derzeit in der AG SuF bereinigt.
Ausblick 2027
Am 22. Februar 2027 findet die regionale Sportkonferenz statt. In Form eines World Cafés werden die Ergebnisse diskutiert und der Bedarf breit abgestützt. Danach folgen eine Vernehmlassung, die Priorisierung der Massnahmen sowie die Beratung im Vorstand. Die Verabschiedung durch die Delegiertenversammlung ist für 2027 vorgesehen.
Mit dem RESAK erhalten die Gemeinden ein gemeinsames Planungsinstrument. Mögliche Folgeprojekte reichen von sportartspezifischen Regionalkonzepten – etwa für Wasser- oder Eisflächen – über die Harmonisierung von Belegungsplänen bis zu einer Sportkarte, die das regionale Angebot sichtbar macht. Die Sportstättenerhebung soll zudem regelmässig aktualisiert werden.
Kontakt: Sven Brun, Regionaler Sportkoordinator LuzernPlus